Vereinbarung zur Bildung der Seelsorgeeinheit Obersee

Die Katholischen Kirchgemeinden UZNACH, SCHMERIKON, GOMMISWALD, vertreten durch die jeweiligen Kirchenverwaltungsräte vereinbaren gestützt auf Art. 15 der Gemeindeordnungen, sowie Art. 67 der Verfassung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen vom 18. September 1979 mit Nachtrag vom 24. September 2006 und aufgrund von Art. 2, Abs. 4 der Vereinbarung über Abweichungen von der ordentlichen Pfarrwahl vom 21. Januar 1986 sowie unter Berücksichtigung der bischöflichen Richtlinien für die Seelsorgeeinheiten im Bistum St. Gallen vom 7. November 2012 folgende

Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit Obersee
1. Zweck

Die vertragschliessenden Kirchgemeinden bestimmen auf Vorschlag des Bischofs ein gemeinsames Pastoralteam für die angeschlossenen Pfarreien und die Zusammenarbeit in der Seelsorge. Das Pastoralteam bestimmt einen Teamkoordinator.

2. Organisation

Folgende Funktionen werden für die Verwaltungsaufgaben aus den Kirchenverwaltungen gebildet und gewählt:

  • Kreisrat mit Präsidentenamt
  • Kreispfleger / Kreiskassieramt
  • Kreisaktuariat / Stellvertretung Präsidium

 Nach Möglichkeit sollen die drei Funktionen unter den drei Kirchgemeinden aufgeteilt werden.

3. Personal

Die Vereinbarung betrifft alle Seelsorgenden und dem dazugehörigen Personal des gemeinsamen Sekretariats in der Seelsorgeeinheit OBERSEE zusammengesetzt aus:

  • dem in allen Kirchgemeinden gewählten Pfarrer oder dem Pfarradministrator
  • allen priesterlichen Mitarbeitern (Vikare, Kaplane, Resignate)
  • allen Diakonen, Pastoralassistenten und Katecheten (voll- und teilamtliche)
  • dem gemeinsamen Seelsorgesekretariat fürs Gestalten des Pfarreiforums, Büroarbeiten, die fürs Pastoralteam zur Erfüllung der Aufgaben innerhalb der Seelsorgeeinheit bestimmt sind
  • dem Spitalseelsorger/ der Spitalseelsorgerin
4. Seelsorgeaufgaben
  • Die Seelsorge in den Pfarreien UZNACH, SCHMERIKON, GOMMISWALD, ERNETSCHWIL, RIEDEN erfolgt auf der Grundlage eines Seelsorgekonzeptes.
  • Das Seelsorgekonzept wird vom Pastoralteam unter angemessenem Beizug der Ehrenamtlichen in den kirchlichen Gremien erarbeitet.
5. Zusammensetzung und Kompetenzen des Kreisrates

Alle Kirchenverwaltungen entsenden eine Zweier-Delegation (den Präsidenten und ein weiteres Mitglied) zu mindestens einer ordentlichen jährlichen Sitzung. Der Kreisrat konstituiert sich selbst. Dem Kreisrat stehen folgende Kompetenzen zu:

  • Genehmigung der Abrechnung der gemeinsamen Kosten gemäss Ziffer 7
  • Erstellen des Budgets über die gemeinsamen Kosten gemäss Ziffer 7
  • Festlegung der Kostenaufteilung der gemeinsamen Kosten gemäss Ziffer 7
  • Wahl des Kreisratspräsidenten
  • Wahl des Kreispflegers
  • Wahl des Kreiskassiers
  • Wahl des Kreisaktuars
  • Behandlung weiterer, die Seelsorgeeinheit betreffende Geschäfte

Ausserordentliche Sitzungen werden einberufen, wenn dies von einer Kirchenverwaltung oder vom Teamkoordinator der Seelsorgeeinheit Obersee verlangt wird. Die Einberufung erfolgt durch den Kreisratspräsidenten oder dessen Stellvertretung. 

Der Teamkoordinator, oder dessen Stellvertreter und der allfällige, externe Kreiskassier ist von Amtes wegen beratendes Mitglied im Kreisrat.

Der Kreisrat ist beschlussfähig, wenn von jedem Kirchenverwaltungsrat mindestens ein Mitglied anwesend ist. Die Beschlüsse werden durch Mehrheitsentscheid gefällt. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Kreisratspräsident. Der Teamkoordinator, sowie der Pfarrer erhalten von allen Sitzungen des Kreisrates die Traktandenliste und das Protokoll.

6. Anstellung der Mitglieder des Pastoralteams

Der Pfarrer ist von jeder Bürgerschaft der mit dieser Vereinbarung verbundenen Kirchgemeinden auf Vorschlag des Bischofs zu wählen.

Für die übrigen Mitarbeiter des Pastoralteams gemäss Ziffer 3 wird durch die anstellende Kirchenverwaltung eine Wahlkommission gebildet, in welcher auch die anderen Kirchenverwaltungen der Seelsorgeeinheit Einsitz nehmen können. Die Wahl erfolgt durch die anstellende Kirchenverwaltung nach Wahlvorschlag des Bischofs und Wahlvorschlag der Wahlkommission. Die Wahl bedarf der Zustimmung des Seelsorgeteams.

7. Gemeinsame Kosten

Als gemeinsame Kosten der Seelsorgeeinheit gelten:

  • Personalkosten inkl. Personal- und Sozialversicherungen für die in Ziffer 3 genannten Personen
  • Kosten für Weiterbildung, Supervision, Bildungsurlaube, etc.
  • Spesen- und Reiseentschädigungen
  • Personal- und Sachaufwand des zentralen Seelsorgesekretariats
  • Allfällige Wohnungsentschädigungen für die in Ziffer 3 genannten Priester, gemäss Punkt 1.2 der Besoldungsrichtlinien Priester, der Anstellungs- und Besoldungsrichtlinien des Kath. Konfessionsteils des Kantons St. Gallen
  • Personalkosten einer allfälligen Pfarrhausangestellten des Pfarrers
  • Büroentschädigungen für die in Ziffer 3 genannten Personen
  • Allfällige Entschädigungen für Kreisrat, Kassieramt und Aktuariat
  • Pastorale Anlässe für die ganze Seelsorgeeinheit
8. Abrechnung der gemeinsamen Kosten

Die gemäss Ziffer 7 berechneten gemeinsamen Kosten werden wie folgt unter den Kirchgemeinden der Seelsorgeeinheit aufgeteilt und mit Ausgleichszahlungen abgegolten: Jede Kirchgemeinde zieht vorab die effektiven Kosten des Religionsunterrichts, der auf ihrem Gebiet durch das in Ziffer 3 umschriebene Personal erteilt wird, von den gemeinsamen Kosten ab. Die verbleibenden Kosten werden anteilsmässig gemäss Verteilschlüssel unter den Kirchgemeinden aufgeteilt:

  • Von den gemeinsamen Kosten wird ein Sockelbeitrag definiert und zu gleichen Teilen auf die Pfarreien und/oder Kirchgemeinden verteilt. Damit sind die Kosten für die seelsorgerlichen Grundkosten abgegolten.
  • Die restlichen Kosten werden anteilmässig auf die Anzahl Katholiken verteilt. Der Stichtag ist der 31. Dezember des Vorjahres.

Die prozentuale Aufteilung kann jährlich an der Budgetsitzung der Seelsorgeeinheit durch den Kreisrat neu festgelegt werden. Die Aufteilung wird im Anhang zu dieser Verwaltungsvereinbarung aufgeführt.

9. Pfarreiräume

Die Kirchgemeinden stellen dem Seelsorgepersonal die Pfarreiräume für pfarreiliche Anlässe unentgeltlich zur Verfügung.

10. Archiv

Die Archive der drei Kirchgemeinden werden getrennt geführt. Die Seelsorgeeinheit betreffende Kirchgemeindeakten werden ebenfalls in jedem Kirchgemeindearchiv aufbewahrt.

11. Änderung der Vereinbarung

Die Änderung der Vereinbarung bedarf der Genehmigung der Kirchenverwaltungen aller angeschlossenen Kirchgemeinden.

12. Kündigung der Vereinbarung

Die Vereinbarung wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Sie kann von jeder Kirchgemeinde unter Wahrung einer einjährigen Frist auf Ende eines Jahres gekündigt werden.

13. Genehmigungen

Diese Vereinbarung wurde vom Administrationsrat zustimmend zur Kenntnis genommen und ersetzt jene vom 8. Dezember 2005 mit den Nachträgen vom 19. November 2009 und wurde genehmigt:

  • am 23. Januar 2014 durch den Kirchenverwaltungsrat Uznach
  • am 21. Januar 2014 durch den Kirchenverwaltungsrat Schmerikon
  • am 15. Januar 2014 durch den Kirchenverwaltungsrat Gommiswald
14. Vollzug

Diese Vereinbarung mit der Genehmigung der unter Ziffer 13 aufgelisteten Behörden tritt am 1. Januar 2014 in Vollzug. Der Einfachheit halber wird in dieser Vereinbarung bei Personen und Amtsbezeichnungen nur die männliche Form verwendet. Sie gilt aber ebenso für weibliche Personen.