Hans Hüppi

Lesung:             Jes 49,(13)14-15
Evangelium:    Mt 6,24-34

Predigt:

Liebe Mitchristen

„Ihr habt genug zu tragen an der Last von heute.“ (Mt 6,34b) Jesus empfiehlt uns, jeden Tag für sich als neue Einheit anzupacken. Das ermöglicht eine gewisse Sorglosigkeit.

Wir sind es allerdings doch eher gewohnt, das Mühsame von gestern und auch die Befürchtungen von morgen aufeinander zu beigen. So wird dann der heutige Tag zusätzlich belastet. Und die Sorgen türmen sich auf und drohen einem zu erdrücken. Dann kommt immer mehr der Eindruck von einer gottvergessnen Welt auf.

Wenn Jesus im heutigen Evangelium sagt: „ Macht euch keine Sorgen!“, will er damit keineswegs eine vermeintlich heile Welt vorgaukeln oder gar Augen und Herz vor den Problemen verschliessen. - Das wäre verantwortungslos!

Vielmehr will Jesus uns – psychologisch richtig – vom aufgestauten Druck entlasten. Denn Sorgen-Berge blockieren uns nur und machen handlungsunfähig.

Mit jeden Tag für sich nehmen meint Jeus: nicht alle Probleme aufeinander beigen, sondern eines nach dem andern anpacken und sich so entlasten.

Solche Entlastung gelingt dann, wenn wir darauf vertrauen können,

  • dass Gott uns zur Seite steht,
  • dass er uns die not-wendige Sorglosigkeit schenkt – jeden Tag neu.

So sagt Gott uns schon in der heutigen Lesung durch den Propheten Jesaja (Jes 49,15): Auch wenn du dir manchmal verloren und hilflos vorkommst: „Ich vergesse dicht nicht!“ Wie eine gute Mutter, begleite ich dich, wo immer dein Weg durchgeht.

Dann gibt es keine gottvergessne Welt, wenn ich Gott und seiner Liebe Raum gebe.

Das bestätigt Jesus im heutigen Evangelium. Er plädiert für eine sorgsame Sorglosigkeit: Nicht einfach die Sorgen ausblenden (das ja geht meist gar nicht!), sondern er wirbt, dafür Sorge zu tragen, dass Gott und sein göttlilches Reich in unserm Alltag ankommen kann.

Sorgt euch zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugeschenkt.“ (Mt 6,33)

Wenn wir den Glauben, das Gottvertrauen, pflegen, uns der Geistkraft des Himmels öffnen, erwachsen uns ungeahnte Kräfte, um jeden Tag geistvoll zu bewältigen.

Dann kann zwar meist nicht jedes Problem gelöst werden, aber ich bekomme die innere Kraft:

  • das Mühsame anzunehmen
  • es besser zu tragen
  • und dabei nicht zu verzweifeln.

Vor allem gelingt es mir, das , was in mir gut und gesund ist, ebenfalls wahrzunehmen.

So wird jeder Tag ins heilsame Licht Gottes gerückt. Und meine positiven Kräfte können zum Zug kommen und sich entfalten.

Der Glaube, das Gottvertrauen, spornt uns jeden Tag neu an zu dieser sorgsamen, christlichen Sorglosigkeit. AMEN