Vor einigen Jahren wurde im Bistum St. Gallen die Firmung ab dem 18. Altersjahr flächendeckend beschlossen. Diese Neuerung bietet die Chance, mit jungen Erwachsenen einen Wegabschnitt des Glaubens zu gehen. Die Kirche zeigt Interesse an ihnen und öffnet sich für die Welt junger Menschen.

Mit Firmung ab 18 bietet die Kirche jungen Erwachsenen die Möglichkeit, aktiv den eigenen Glaubensweg zu suchen — in Auseinandersetzung mit der Pfarrei und Gleichaltrigen.

Beweggründe

Mit 18 Jahren wird der Mensch volljährig. Er übernimmt Verantwortung für sein Leben und seine Entscheidungen, auch im religiösen Bereich. Die Erfahrungen mit der Heraufsetzung des Firmalters auf 18 Jahre sind durchaus positiv. Firmung ab 18 gibt den jungen Erwachsenen die Möglichkeit, auch nach der obligatorischen Schulzeit über Religion und Kirche zu diskutieren, ein Thema das im Alltag oft zu kurz kommt.

Bedeutung der Firmung

Das Wort Firmung kommt aus dem Lateinischen «confirmare». Es bedeutet «bestätigen», «festmachen». Der Glaube, der in der Taufe und bei der Erstkommunion bejaht worden ist, soll nochmals vom nun mündigen Menschen öffentlich bestätigt werden.

Dies findet Ausdruck in der Handauflegung und der Salbung mit dem Chrisamöl durch den Bischof oder seinen Stellvertreter. Dabei werden die Worte gesprochen:

«Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.»

Gemeinschaft erfahren

Wie bei der Erstkommunion braucht es für die Firmung eine Vorbereitung. Dabei geht es weniger darum, Glaubenswissen zu vermitteln. Vielmehr sollen die jungen Menschen gute Erlebnisse und Erfahrungen mit dem christlichen Leben gemeinsam machen und dabei das Tragfähige ihres Glaubens neu entdecken und vertiefen können.

Eine Voraussetzung für die kirchliche Heirat?

In der Schweiz können auch Ungefirmte heiraten. In hauptsächlich katholischen Ländern (Italien, Polen, Länder Lateinamerikas usw.) wird die Firmung für die Eheschliessung vorausgesetzt. Wenn man später einmal kirchlich heiraten möchte, ist es in jedem Fall sinnvoll und ratsam, das Firmsakrament zu empfangen.

Braucht es eine/n Paten/in?

Bei der Firmung ab 18 kann weiterhin eine schon gefirmte Person den jungen Menschen begleiten und ihm bestärkend zur Seite stehen. Nebst Vertrauen zum Firmjugendlichen sind Offenheit und Verständnis für Glaubensfragen Voraussetzung.

Es bleibt den Firmjugendlichen offen, auch ohne Pate/in das Firmsakrament zu empfangen.

Auch später noch möglich?

Firmung ab 18 bedeutet, dass man sich auch im späteren Alter firmen lassen kann.

 Infos zur Firmung in der Seelsorgeeinheit Obersee
 Infos zur Firmung im Bistum St. Gallen